Dienstag, 22. Oktober 2019

Eine modulare Spielplatte

Wenn man nicht gerade über einen dezidierten Spielraum verfügt, ist Tabletop ein Hobby, das immer ein großes Problem mit sich bringt: Platz.

Nicht nur, dass die Modelle einfach Platz brauchen, es ist vor allem die Spielfläche und das Gelände, das irgendwie untergebracht werden muss. Die häufigste Lösung ist mittlerweile die Spielmatte, die es von professionellen Herstellern in verschiedensten Varianten gibt.
Man kann sie sich auch aus Malervlies selbst machen (was sogar bessere Ergebnisse bringen kann).
Der Vorteil: Sie lässt sich zusammengerollt verstauen.

Der Nachteil ist, dass man die Geländeteile nur drauf stellen kann. Die homogene Struktur einer echten Spielplatte lässt sich nie erreichen.

Dann gibt es die modularen Spielplatten, meist aus MDF. Diese bieten u.a. auch die Möglichkeit, in die Tiefe zu arbeiten, um z.B. Flüsse und Seen darzustellen. Der Nachteil: Sie haben gerade Kanten und können verrutschen.

Meine Idee war nun, eine modulare Platte zu bauen, die nicht verrutscht und möglichst unregelmäßige Kanten hat, die nicht ganz so unnatürlich wirken. Meine Lösung: Puzzlematten.

Diese gibt es beim großen südamerikanischen Fluss sehr günstig (30,- € für eine 4'x4' Fläche). Sie verzahnen sich ineinander, wodurch sie nicht gegeneinander verrutschen können, und liegen auch noch rutschfest auf.

Bearbeitet wird allerdings die eigentliche Unterseite (die glatte). Die Oberseite hat sich als ungünstig erwiesen.

Am Beispiel eines Flusses zeige ich euch hier, was man damit machen kann.

Zuerst brenne ich mit einem kleinen Handbrenner die Vertiefung für das Flussbett in den Teil - genau wie man es bei einer Styrodurplatte machen würde (es stinkt auch ähnlich).
Wenn das erledigt ist, wird der Teil mit Tiefgrund eingesprüht (oder bestrichen) und mit Woodland Scenics Fine Turf gestaltet. Alternativ kann man mit einer Paste aus Maleracryl, Farbe und Sand arbeiten und dann beflocken oder begrasen.
Bei den Ufern habe ich hier noch mit Holzspachtel ein wenig erhöht, um das Wasser tiefer machen zu können. Die Abschlüsse werden dann mit Heißkleber verschlossen.
Das Flussbett habe ich hier mit verdünntem Leim bestrichen und mit Sand bestreut.

Für das Wasser wird (wie bei einer Platte) Epoxidharz verwendet - hier Woodland Scenics Deep Pour. Wenn das trocken ist, habe ich mit Vallejo Water Texture Wellen dargestellt. An den Übergängen habe ich Stromschnellen "gebaut", die die Zusammenstöße etwas weniger auffällig machen.
So sieht das Ganze dann fertig aus. Je nachdem, wie man die Ränder farblich anpasst, sind die Übergänge mehr oder weniger deutlich. Am Fluss sieht man auch, dass man hier mit Clump Foliage niedrige Büsche darstellen kann. Hügel und Seen sind ebenso möglich.
So sieht die 4'x4' Platte komplett aus - hier als Ruinen von Annuminas aufgebaut. Der Berg in der Ecke ist ein Extrateil, das nur darauf gestellt wird.

Natürlich sind die Zusammenstöße sichtbar, ich persönlich finde sie aber weniger störend als gerade Linien.
Der Bachteil ist auf einem Modul aufgebaut, dessen Entstehung ich euch in einem der kommenden Beiträge zeigen werde.






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