Montag, 28. Oktober 2019

SAGA in Mittelerde: Battlereport

Ich hatte schon länger damit geliebäugelt, mich ein wenig mit dem SAGA-System zu beschäftigen. Historisches Tabletop ist aber nicht so wirklich meines, also wartete ich auf das Erscheinen von Age of Magic.

Natürlich merkt man diesem "Universum" an, wo die Einflüsse her stammen, dennoch sehe ich grundsätzlich keinen Grund, nicht auch Mittelerde damit bespielen zu können.

Die erste Schlacht wurde daher zwischen meinen Waldmenschen des Düsterwaldes (mit dem Lords of the Wild Schlachtplan) und einer Truppe aus Angmar (mit dem Horde Schlachtplan) zu je 4 Punkten ausgetragen.

Die Waldmenschen unter der Führung von Amaleoda hatten einen Waldläufer als Leutnant, 4 mit Bögen bewaffnete Hearthguards, 4 mit schweren Waffen (Zweihandäxte) bewaffnete Hearthguards, 6 Kriegern mit Bögen und 6 Kriegern mit Handwaffen.

Angmar wurde von Burdhûr, dem Hügetrollhäuptling angeführt. Er führte einen Höhlentroll, 4 Wargreiter Hearthguards, 4 Orks mit schweren Waffen (Hearthguards), 6 Ork-Borgenschützen (Levies) und 8 Ork-Krieger mit Handwaffen ins Feld.

Eine kleine Ansiedlung der Waldmenschen wurde also von Burdhûr und seinen Orks angegriffen. Amaleoda stellte sich mutig den Angreifern entgegen.
Burdhûr hatte seine Wargreiter an der linken Flanke aufgestellt, um sie direkt ins Dorf einfallen zu lassen. Seine Truppen sahen sich vom Gelände eher benachteiligt, da ihr Vorstoß durch schwieriges Gelände nicht gerade erfolgen konnte.

Amaleoda hatte wiederum ihre Schützen an der linken Flanken positioniert, das Zentrum von ihren Kriegern besetzen lassen und rückte selbst mit ihren vier Leibwachen über die rechte Flanke vor.
Schon in der ersten Runde zeigte sich, dass die Schützen der Waldmenschen ihren Feinden aus dem Hinterhalt große Schwierigkeiten zu machen in der Lage sind. Die SAGA-Fähigkeit "Ambush" in Verbindung mit Hearthguard-Schützen kann den Gegner schnell in seinem Vormarsch bremsen.
Die Wargreiter stürzten sich auf die Leibwache - und wurde von den mächtigen Äxten zurückgeschlagen. Nach dem Gegenangriff blieb nur noch ein einziger Wargreiter lebend zurück. Während Burdhûr seine Orks vorantrieb, stampfte der Steintroll heran, um Amaleoda in den Rücken zu fallen. Ihr Waldläufer hatte inzwischen das Moor erkundet, und ermöglichte den Kriegern damit ungehinderten Vormarsch.
Die Orks sahen sich auf dem Vormarsch von Pfeilen aus dem Wald bedroht, die ihre Opfer forderten. Sogar Burdhûr selbst musste von seiner Leibwache vor einem Pfeilhagel geschützt werden, der zwei von ihnen das Leben kostete und sogar den Trollhäuptling leicht verwundete.
Die Orkkrieger wurden von den Waldmenschen zurückgeschlagen, die erfahrenen Schützen fällten schließlich sogar den Höhlentroll.
Zwar hatte der Angriff der Überreste von Burdhûrs Leibwache die Bogenschützen noch hart getroffen, aber auch das konnte das Schlachtenglück nicht mehr wenden. Aber wohl aus Angst vor seinem dunklen Meister zog der Troll sich nicht zurück - und so kam es, wie es kommen musste...
Von Pfeilen durchbohrt ging Burdhûr nieder, die überlebenden Orks warfen ihre Waffen fort und flohen in die Wälder.


Auch wenn hier diverse Feinheiten noch nicht ganz rund liefen (Fatigue z.B.), so hat es doch viel Spaß gemacht.

Während man bei MESBG mehr das Gefühl hat, mit lauter Individuen zu spielen (jedes Modell kann sich völlig frei bewegen), bringt SAGA mehr das Feeling einer Schlacht rüber. Die taktischen Fähigkeiten des jeweiligen Schlachtplans bieten eine Fülle an Kombinationsmöglichkeiten, die aber auch eine sorgfältige Planung erfordern.

Natürlich ist SAGA deutlich generischer. Während MESBG vor allem um die namhaften Helden kreist, ist es hier das Zusammenspiel der Einheiten, das über Sieg und Niederlage entscheidet.

Jedenfalls hat mich das System als solches überzeugt und ich werde mal sehen, wie sich andere Schlachtpläne nach Mittelerde übertragen lassen...






Dienstag, 22. Oktober 2019

Eine modulare Spielplatte

Wenn man nicht gerade über einen dezidierten Spielraum verfügt, ist Tabletop ein Hobby, das immer ein großes Problem mit sich bringt: Platz.

Nicht nur, dass die Modelle einfach Platz brauchen, es ist vor allem die Spielfläche und das Gelände, das irgendwie untergebracht werden muss. Die häufigste Lösung ist mittlerweile die Spielmatte, die es von professionellen Herstellern in verschiedensten Varianten gibt.
Man kann sie sich auch aus Malervlies selbst machen (was sogar bessere Ergebnisse bringen kann).
Der Vorteil: Sie lässt sich zusammengerollt verstauen.

Der Nachteil ist, dass man die Geländeteile nur drauf stellen kann. Die homogene Struktur einer echten Spielplatte lässt sich nie erreichen.

Dann gibt es die modularen Spielplatten, meist aus MDF. Diese bieten u.a. auch die Möglichkeit, in die Tiefe zu arbeiten, um z.B. Flüsse und Seen darzustellen. Der Nachteil: Sie haben gerade Kanten und können verrutschen.

Meine Idee war nun, eine modulare Platte zu bauen, die nicht verrutscht und möglichst unregelmäßige Kanten hat, die nicht ganz so unnatürlich wirken. Meine Lösung: Puzzlematten.

Diese gibt es beim großen südamerikanischen Fluss sehr günstig (30,- € für eine 4'x4' Fläche). Sie verzahnen sich ineinander, wodurch sie nicht gegeneinander verrutschen können, und liegen auch noch rutschfest auf.

Bearbeitet wird allerdings die eigentliche Unterseite (die glatte). Die Oberseite hat sich als ungünstig erwiesen.

Am Beispiel eines Flusses zeige ich euch hier, was man damit machen kann.

Zuerst brenne ich mit einem kleinen Handbrenner die Vertiefung für das Flussbett in den Teil - genau wie man es bei einer Styrodurplatte machen würde (es stinkt auch ähnlich).
Wenn das erledigt ist, wird der Teil mit Tiefgrund eingesprüht (oder bestrichen) und mit Woodland Scenics Fine Turf gestaltet. Alternativ kann man mit einer Paste aus Maleracryl, Farbe und Sand arbeiten und dann beflocken oder begrasen.
Bei den Ufern habe ich hier noch mit Holzspachtel ein wenig erhöht, um das Wasser tiefer machen zu können. Die Abschlüsse werden dann mit Heißkleber verschlossen.
Das Flussbett habe ich hier mit verdünntem Leim bestrichen und mit Sand bestreut.

Für das Wasser wird (wie bei einer Platte) Epoxidharz verwendet - hier Woodland Scenics Deep Pour. Wenn das trocken ist, habe ich mit Vallejo Water Texture Wellen dargestellt. An den Übergängen habe ich Stromschnellen "gebaut", die die Zusammenstöße etwas weniger auffällig machen.
So sieht das Ganze dann fertig aus. Je nachdem, wie man die Ränder farblich anpasst, sind die Übergänge mehr oder weniger deutlich. Am Fluss sieht man auch, dass man hier mit Clump Foliage niedrige Büsche darstellen kann. Hügel und Seen sind ebenso möglich.
So sieht die 4'x4' Platte komplett aus - hier als Ruinen von Annuminas aufgebaut. Der Berg in der Ecke ist ein Extrateil, das nur darauf gestellt wird.

Natürlich sind die Zusammenstöße sichtbar, ich persönlich finde sie aber weniger störend als gerade Linien.
Der Bachteil ist auf einem Modul aufgebaut, dessen Entstehung ich euch in einem der kommenden Beiträge zeigen werde.