Montag, 23. Dezember 2019

Zwergenballiste

Mit meiner Erebor-Armee wuchs auch die Idee, eine Kriegsmaschine mitzunehmen. Demnach ich mir dir Option offenhalten wollte, das Ding auch in MESBG zu nutzen, entschied ich mich für eine Balliste.

Eigentlich sind Ballisten Torsionswaffen, d.h. sie nutzen die Energie von verdrillten Seilen, um die Wurfarme zu beschleunigen. Es gibt sie schon seit der Antike und im Laufe der Zeit haben sie sich nicht besonders verändert. Auch das Modell von GW zeigt eine solche Torsionsballiste.

Ich finde dieses Prinzip aber nicht besonders passend für die Zwerge Mittelerdes. Sie sind ausgezeichnete Handwerker, auch mechanisch begabt, aber nicht unbedingt die Erfinder (im Gegensatz zu anderen Welten). Die Zwerge des Erebor waren bekannt für ihre mechanischen Spielzeuge, die beinahe magisch erschienen.

Also entschied ich mich, die Balliste auf der Basis einer Wallarmbrust zu konstruieren. Das ist einfach eine große Armbrust mit Wurfarmen aus Stahl, für die man einen Mechanismus benötigt, um sie zu spannen. Historisch waren Winden oder Zahnstangen üblich.

Ich habe eine Kombination gebaut - eine Zahnstange, die mittels eines innen liegenden Kurbelgetriebes die Sehne spannt. Sie kann von zwei Zwergen bedient werden - dem Geschützmeister, der für die Ausrichtung zuständig ist, und dem Schützen, der den Mechanismus bedient. Die Waffe verschießt speerlange Bolzen.


Zum Schutz der Geschützmannschaft ist vorne an der Balliste eine Panzerplatte angebracht, die Deckung vor feindlichem Beschuss bietet.

Das Modell ist aus Holz gebaut, der Bogen ist ein Rührstäbchen. Panzerplatte und Kurbel habe ich aus Modelliermasse modelliert, die Zahnstange ist aus Holz geschnitzt. Die Base besteht aus 1,5 mm Plasticard. Die Sehne ist Zahnseide.

Die beiden Zwerge sind aus Oathmark Zwergeninfantrie gebaut.


Beim ersten Kampfeinsatz hat sie sich nicht unbedingt bewährt, aber das kann auch an mir liegen...


Samstag, 14. Dezember 2019

Die ersten Armeen sind fertig!

Wenn man sich nicht an die Vorstellungen von Peter Jackson und Games Workshop halten will, beginnt eine relativ aufwendige Suche nach passenden Miniaturen für die jeweilige Armee. Diese Suche ist natürlich etwas einfacher, wenn man sich mehr auf historische Modelle stützen kann.

Das Königreich Thal habe ich aufgrund seiner Lage wie auch der (relativ dürftigen) Beschreibungen im Bereich der Rus festgemacht. Diese "ausgewanderten Wikinger" erscheinen mir optisch sehr passend für die Bewohner des vielleicht nördlichsten Königreiches von Mittelerde.
Da wir es nach Bard mit einem blühenden Reich zu tun haben, sind die paar mickrigen Einheiten, die uns GW liefert natürlich bestenfalls ein Scherz. Thal hat hervorragende Bogenschützen, aber auch mit zwergischen Rüstungen versehene Krieger und Adelige, die vom Pferderücken aus kämpfen.

König Brand führt die Verteidigung von Thal an
Die Fußtruppen Thals sind gut ausgebildete und ausgerüstete Männer, ergänzt um die Königliche Wache. Außerdem verfügt Thal über die Schwarze Garde, die besten Bogenschützen im Norden (abgesehen von den Elben vielleicht).






Thals Nachbarn und engste Verbündete sind die Zwerge des Erebor. Unter König Dain haben sich die Beziehungen zwischen Menschen und Zwergen weiter verbessert und der Erebor ist wieder das Zentrum zwergischer Handwerkskunst, das er einst war.
Die Zwerge haben heute gut gerüstete Krieger - und Bogenschützen. Das Schießen haben sie von den Bardingern (den Einwohnern von Thal) erlernt und obwohl ihre Bögen kürzer sind, verfügen sie doch über enorme Durchschlagskraft.

Anm.: Warum keine Armbrüste? Weil Tolkien keine erwähnt. Die Armbrust scheint - wie das Schwarzpulver - eine Erfindung des Bösen zu sein, ein Ausdruck des Fortschritts, den Tolkien hasste.





Das erste Volk der bösen Seite ist soweit auch schon fertig - die Steppenwölfe. Ich habe mich dazu entschlossen, die "Ostlinge" etwas zu unterteilen, immerhin spricht auch Tolkien davon, dass die Gondorianer unter diesem Begriff Angehörige verschiedener Völker zusammenfassten.

Die Steppenwölfe stellen das klassische Reitervolk dar, das mit kleinen Scharmützeln die Grenzen Thals heimsucht. Anders als die GW-Ostlinge verfügen die Steppenwölfe auch über berittene Bogenschützen.





Aber sie verfügen natürlich auch über Fußtruppen - und über Schamanen, die die Dunklen Künste beherrschen.





In diesen drei Armeen sind Miniaturen von insgesamt 8 verschiedenen Herstellern enthalten. Einige davon habe ich überhaupt erst durch das Projekt kennen gelernt - und muss sagen, es gibt da draußen viele Hersteller, die deutlich bessere Qualität liefern als GW.

Jetzt stehen die ersten Testspiele mit den neuen Schlachtplänen an, dann geht es weiter. Zum Glück brauche ich für die meisten der weiteren Fraktionen kaum neue Miniaturen - alles schon bemalt...

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Bach und Wasserfall

Ich hatte es ja in einem früheren Post angekündigt: es gibt ein kleines Tutorial zu meinem Bach-/Quell-Modul für meinen Fluss.

Benötigtes Material:
  • Styrodur
  • Felsen (ich verwende Woodland Scenics Formen und Raysin)
  • Gips/Spachtelmasse
  • Acrylfarbe
  • diverse Flockage
  • Clump Foilage
  • Epoxidharz (ich verwende WS Deep Pour)
  • Wassereffekte (ich verwende Vallejo Water Effects)
Zuerst bauen wir mal die Grundform aus Styrodur, in die wir mit einem kleinen Brenner die Bachläufe einbrennen.
Auf diesen Grundkörper werden dann die Felsen geklebt (Holzleim für die Geduldigen, Heißkleber wenn's schneller gehen soll).
 


Damit das Ganze eine homogene Struktur wird, wird es mit einer Spachtelmasse überzogen (ich nehme hier ebenfalls Raysin, eine Gießmasse aus der auch die Felsen bestehen).

Wenn das richtig trocken ist, beginnt das Malen. Zuerst sind die Bachbette dran. Mit einer Mischung aus dunklem Grau, Blau und Leim, werden die einmal grundiert und versiegelt.

Danach arbeite ich mich mit hellerem Blau ein wenig nach "oben", um dem Bachbett mehr Tiefenwirkung zu geben.
Die Felsen werden mit Washes in verschiedenen Farben versehen. Das erzeugt am Ende einen sehr realistisch wirkenden Effekt.


Wenn das alles trocken ist, gehe ich mit einer schwarzen Wash über die Felsen (wenn etwas davon in die Bachbette läuft, ist das kein Drama). Wenn das trocken ist, wird mit hellerem Grau bis Weiß trocken gebürstet.

Nun kommt feiner Sand in die Bereiche, die Schotter darstellen sollen.

Schießlich werden die Bereiche, die beflockt werden sollen, mit Tiefengrund eingestrichen und beflockt. Mit einer Sprühflasche wird Tiefengrund darüber gesprüht, um den Flock zu versiegeln.





Das muss jetzt über Nacht trocken, damit der Tiefengrund auch wirklich hart werden kann.
Am nächsten Tag mische ich dann laut Anleitung Deep Pour zusammen. An den Enden versiegle ich die Bachbette mit Gewebeband und Heißkleber, damit das Harz nicht auslaufen kann.

Für den kleinen Wasserfall habe ich mit Heißkleber das fallende Wasser auf der Schneidematte produziert und direkt so eingeklebt, wie das Wasser später fallen soll. Beim Gießen folgt das Harz dann relativ natürlich diesem Strang.




Damit haben wir also unser Wasser in den beiden Bachbetten. Das braucht auch gute 24 Stunden, bis es wirklich ausgehärtet ist.
Es wirkt aber mehr wie ein See als ein Bach - da fehlt die Bewegung. Die erzeugen wir mit Water Effects, einem Gel, das man mit dem Pinsel aufbringt und Wellen und Strudel erzeugt.
Mit ein wenig Weiß, kann man dann noch Gischt und Schaum erzeugen.

Damit die Vegetation abwechslungsreicher wird, kommen jetzt mit Clump Foilage Büsche und niedrige Sträucher um die Bäche.

Sieht schon recht gut aus, oder? Noch ein paar weiße Effekte in die Bäche und ein paar Blümchen...


Demnach das ja ein Modul meiner Platte darstellt, muss der Fluss sich hier anschließen lassen.

Passt!